Molfsee

Die Gemeinde Molfsee, unmittelbar an den südlichen Teil der Landeshauptstadt Kiel grenzend und von dieser durch die Eider getrennt, nimmt nur rd. 15% der Amtsfläche ein, beherbergt aber weit mehr als die Hälfte der im Amtsbereich lebenden Bevölkerung. Das Dorf Molfsee gab zwar der politischen Gemeinde den Namen, doch die meisten Einwohner leben heute in den beiden anderen Ortsteilen Rammsee und Schulensee.

Während der Ortsteil Rammsee erst im dritten Jahrzehnt des 20.Jahrhunderts angelegt wurde, ist die Geschichte der Ortsteile Molfsee und Schulensee bedeutend älter. Das Dorf Molfsee geht auf eine hochmittelalterliche Siedlung zurück, die erstmals 1238 urkundliche Erwähnung findet. Über ein ebenfalls wohl im 13. Jh. gegründetes und bereits vor 1500 wieder verschwundenes Schulendorf, im Gebiet des heutigen Ortsteiles Schulensee gelegen, ist kaum noch etwas bekannt. In seiner Nähe entstand Mitte des 16. Jhs. der Schulenhof, der die Ländereien um den Mielkendorfer Weg bis zur Eider und den Schulensee umfaßte. Der letzte Besitzer verkaufte 1910 die Ländereien an eine Grundstücksgesellschaft, die das Gelände parzellierte und zur Errichtung von Landhäusern weiterverkaufte; nur die Stammparzelle blieb als Hof erhalten. Nicht zuletzt infolge des rasanten Wachstums Kiels zwischen den Weltkriegen setzte in Schulensee eine rege Bautätigkeit ein. Ausgehend vom Gelände einer zum Schulenhof gehörenden alten Ziegelei erfolgten bis zum 2. Weltkrieg einige kleine Ansiedlungen. Seit den 50er Jahren wurde die bauliche Entwicklung auch in Rammsee enorm vorangetrieben und fand ihren Abschluß mit der 1977 begonnenen Erschließung des Baugebietes Osterberg, zeitweise das größte Vorhaben seiner Art in Schleswig-Holstein.

Heute gehört die Gemeinde Molfsee zu den begehrtesten Wohngemeinden im Randbereich Kiels. Ansprechende, zeitgemäße und äußerst stadtnahe Wohnbebauung, beste Verkehrsanbindung und eine ursprüngliche Natur sind in Molfsee keine gegenläufigen Faktoren, sondern stehen hier im ausbalancierten Einklang miteinander. Die weitläufige Bebauung, vor allem mit Einfamilienhäusern, ist behutsam und wohlüberlegt der sensiblen Landschaft angepaßt worden. Viele Grünzonen unterbrechen die Bebauung. Bestimmen das öffentliche Leben im Ortsteil Schulensee insbesondere kirchliche Einrichtungen - allen voran die auf einer grünen Anhöhe errichtete einzige ev. Kirche in der politischen Gemeinde -, so sind es in Rammsee hauptsächlich kommunale, wie die Grundschule und die in eine Seniorenwohnanlage integrierte Begegnungsstätte. Genau an der Grenze beider Ortsteile befindet sich die Gemeindeverwaltung. Alte Bauernhäuser, teils modernisiert, teils reetgedeckt, sind Zeugen einer alten bäuerlichen Kultur im Ortsteil Molfsee. Während der alte Dorfkern heute weitgehendst dem Wohnen vorbehalten ist, haben sich im Umfeld der Straße nach Kiel öffentliche Einrichtungen, wie Polizei, Feuerwehr und eine großzügige Sportanlage sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen und gepflegte Gastronomiebetriebe angesiedelt.

Ein besonderes Kleinod und Publikumsmagnet in der Gemeinde ist das weit über die Landesgrenzen hinweg bekannte Freilichtmuseum Molfsee mit dem Landesmuseum für Volkskunde, welches seit dem Jahr 2013 Bestandteil der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ist. Auf über 40 ha gestalteter Fläche werden beispielhafte Bauern- und Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und Handwerkerkaten vom 16. bis 20. Jhdt. aus ganz Schleswig-Holstein der Nachwelt erhalten. Die inzwischen mehr als 60 Exponate wurden zudem in ihrem Inneren durch entsprechendes Mobiliar und Arbeitsgeräte ergänzt. Zahllose Besucher aus nah und fern können hier nicht nur die Mannigfaltigkeit ländlicher Architektur vergangener Jahrhunderte, sondern auch überkommene bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsweisen kennenlernen.

Bürgermeisterin Ute Hauschild, Verwaltung Molfsee, Tel.: 0431/65009-31

Bürgervorsteher Rolf-Dieter Güth, 24113 Molfsee, Schulstraße 3 c, Tel.: 0431 / 651942 (geschäftlich)